
Deutschland gehört zu den beliebtesten Studienländern der Welt. Niedrige oder gar keine Studiengebühren an staatlichen Hochschulen, ein hohes akademisches Niveau und gute Berufsaussichten locken jedes Jahr zahlreiche internationale Studierende an. Mehr als 400.000 von ihnen sind inzwischen an deutschen Hochschulen eingeschrieben.
Bevor das Studium beginnt, steht jedoch die Bewerbung. Und die ist in Deutschland gründlich. Hochschulen prüfen genau, ob ein ausländischer Schulabschluss den Zugang zum Studium ermöglicht und ob die bisherigen Leistungen den Anforderungen entsprechen. Dafür brauchen sie vollständige Unterlagen, oft in deutscher oder englischer Sprache.
Liegen die Zeugnisse nicht auf Deutsch oder Englisch vor, verlangen die meisten Hochschulen amtlich beglaubigte Übersetzungen. Viele Bewerbungen laufen zudem über uni-assist, eine Servicestelle, die ausländische Zeugnisse für zahlreiche Hochschulen vorprüft und genaue Vorgaben zu Kopien und Übersetzungen macht.
Viele internationale Studiengänge werden auf Englisch angeboten. Hier akzeptieren Hochschulen oft englische Übersetzungen der Zeugnisse. Für deutschsprachige Studiengänge oder bestimmte Behörden werden dagegen deutsche Übersetzungen verlangt. Wer sich für beide Varianten bewirbt oder später in Deutschland arbeiten möchte, ist mit einer deutschen Fassung meist auf der sicheren Seite.
Auch der umgekehrte Fall ist häufig: Deutsche Absolventen, die sich für einen Master im Ausland bewerben, benötigen eine beglaubigte übersetzung englisch deutsch beziehungsweise Deutsch Englisch ihrer Zeugnisse. Viele deutsche Hochschulen stellen inzwischen englischsprachige Zeugnisse oder ein Diploma Supplement aus, doch nicht alle Dokumente sind davon abgedeckt.
Eine wachsende Zahl von Bewerbungen kommt aus Asien, etwa aus Indien, China, Vietnam und Südkorea. Koreanische Bewerberinnen und Bewerber interessieren sich besonders für Ingenieurwissenschaften, Musik und Design. Ihre Schul- und Hochschulzeugnisse sind häufig nur auf Koreanisch ausgestellt.
Ein erfahrener koreanisch deutsch übersetzer kennt das koreanische Bildungssystem, die Bezeichnungen der Schulformen und die Bewertungsskalen. Er überträgt Fächer, Noten und Abschlüsse so, dass deutsche Zulassungsstellen sie richtig einordnen können.
Auch aus dem Westbalkan kommen viele Studieninteressierte nach Deutschland, etwa aus Albanien, dem Kosovo und Nordmazedonien. Zeugnisse aus diesen Ländern sind oft auf Albanisch verfasst. Eine korrekte übersetzung albanisch deutsch muss nicht nur die Noten, sondern auch die Stundenzahlen und die offiziellen Bezeichnungen der Bildungseinrichtungen genau wiedergeben.
Ein häufiger Fehler ist, ausländische Noten in der Übersetzung eigenständig in das deutsche System umzurechnen. Das ist nicht Aufgabe des Übersetzers. Die Übersetzung gibt die Originalnoten und die Originalskala wieder, gegebenenfalls mit einer erläuternden Anmerkung. Die Umrechnung übernehmen Hochschulen oder uni-assist nach festgelegten Formeln.
Übersetzt werden muss das gesamte Dokument, einschließlich Stempeln, Siegeln, Unterschriften und Randvermerken. Auch Rückseiten mit Erläuterungen zur Notenskala gehören dazu. Unvollständige Übersetzungen führen oft zu Nachforderungen und können dazu führen, dass Bewerbungsfristen verpasst werden.
Die Bewerbungsfristen deutscher Hochschulen liegen meist im Januar für das Sommersemester und im Juli für das Wintersemester, bei manchen Studiengängen auch früher. Da die Vorprüfung durch uni-assist mehrere Wochen dauern kann, sollten Übersetzungen rechtzeitig in Auftrag gegeben werden. Wer erst kurz vor der Frist beginnt, riskiert, ein ganzes Semester zu verlieren.
Mit der Zulassung ist der Papierkram nicht vorbei. Für das Visum, die Anmeldung, die Krankenversicherung und ein Bankkonto werden weitere Unterlagen benötigt. Auch Stipendiengeber, etwa der DAAD, verlangen häufig übersetzte Dokumente. Es lohnt sich deshalb, von allen Übersetzungen mehrere beglaubigte Kopien anfertigen zu lassen.
Neben den Zeugnissen verlangen Hochschulen Nachweise über Sprachkenntnisse. Für deutschsprachige Studiengänge sind das etwa TestDaF, DSH oder das Goethe-Zertifikat auf höherem Niveau, für englischsprachige Programme meist TOEFL oder IELTS. Diese Zertifikate werden in der Regel nicht übersetzt, da sie bereits international anerkannt sind. Wichtig ist, dass sie zum Zeitpunkt der Bewerbung noch gültig sind, denn manche Testergebnisse verlieren nach zwei Jahren ihre Gültigkeit.
Motivationsschreiben und Lebenslauf sollten Bewerberinnen und Bewerber selbst in der Zielsprache schreiben. Eine Korrektur durch einen Muttersprachler ist sinnvoll, eine vollständige Übersetzung dagegen nicht. Die Zulassungskommission möchte die persönliche Motivation und die eigenen sprachlichen Fähigkeiten erkennen. Ein perfekt übersetztes, aber unpersönliches Schreiben wirkt oft weniger überzeugend als ein ehrlicher, selbst formulierter Text.
Wer nach dem Studium in Deutschland bleiben und arbeiten möchte, kann die bereits übersetzten Zeugnisse später erneut nutzen, etwa für Bewerbungen oder die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an hochwertige, beglaubigte Übersetzungen anfertigen zu lassen.
Eine sorgfältig geführte Mappe mit allen Originalen, Übersetzungen und Kopien erleichtert später jeden weiteren Behördengang und jede neue Bewerbung.
Ein Studium in Deutschland eröffnet große Chancen. Mit gut vorbereiteten, vollständig und korrekt übersetzten Zeugnissen gelingt der erste Schritt, die Bewerbung, ohne unnötige Verzögerungen. So können sich internationale Studierende auf das konzentrieren, worauf es ankommt: ein erfolgreiches Studium.